Was passiert, wenn ich den Strafbefehl nicht bezahle oder nicht bezahlen kann?

Was passiert, wenn ich den Strafbefehl nicht bezahle oder nicht bezahlen kann? Kann der Beschuldigte die mit dem Strafbefehl verhängte Freiheitsstrafe nicht bezahlt, tritt an die Stelle der Geldstrafe eine Ersatzfreiheitsstrafe.

Die Vollstreckungsabteilung der Staatsanwaltschaft wird zunächst versuchen, die Geldstrafe zu vollstrecken. Ist dies aus irgendwelchen Gründen nicht möglich, ergeht eine Ladung zum Haftantritt. Die Dauer dieser Ersatzfreiheitsstrafe entspricht der Anzahl der Tagessätze, zu denen Sie durch den Strafbefehl verurteilt wurden. Konnten Sie den Strafbefehl nicht bezahlen und erhalten Sie daraufhin eine Ladung zum Strafantritt, dann sollten Sie allerspätestens jetzt einen Strafverteidiger kontraktieren. 

Sollten Sie sich nicht in der Lage sehen, die Geldstrafe zu leisten, so besteht meist die Möglichkeit einer Ratenzahlung, zum anderen sieht das Gesetz aber auch die Möglichkeit vor, die Geldstrafe mit gemeinnütziger Arbeit „abzuarbeiten“. Auch hierbei entsprich ein Arbeitstag einem Tagessatz unabhängig von dessen Höhe. Somit entspricht ein Tagessatz einem Tag Freiheitsentzug im Gefängnis.

Wenn Sie zwar die Möglichkeit haben die Geldstrafe zu bezahlen, dies jedoch unter keinen Umständen wollen und die Staatsanwaltschaft dadurch den Eindruckt erlangt, dass es Ihnen lieber ist die Geldstrafe abzusitzen als zu bezahlen, dann hat diese die Möglichkeit die Geldstrafe zwangsweise einzutreiben (§ 459c StPO) durch eine Kontopfändung. 

Unter Umständen kann die Geldstrafe, also die Tagessatzhöhe auch zu hoch bemessen sein. Dann kann es durchaus sinnvoll sein den Strafbefehl nicht nicht zu bezahlen und Einspruch einzulegen. Da mit einem Einspruch aber auch Risiken einhergehen, sollten Sie sich vorher unbedingt anwaltlich beraten lassen!

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