Wegen welcher Straftaten bekommt man einen Strafbefehl?

Straftaten, die mit einem Strafbefehl verfolgt werden können, sind ausschließlich Vergehen im Sinne des § 12 Abs. 2 StGB. Ein Strafbefehl dient daher der Bewältigung von leichter Kriminalität, folglich bekommt man ihn wegen der Begehung von Straftaten der leichten Kriminalität („Bagatellkriminalität“), z.B.

Bei diesen Straftaten wird von der Staatsanwaltschaft regelmäßig ein Strafbefehl beantragt, der von einem Richter am Amtsgericht dann meist antragsgemäß erlassen wird. Es ist nicht erforderlich, dass die Straftat zur vollen Überzeugung des Richters feststeht – es genügt ein hinreichender Tatverdacht, also die überwiegende Wahrscheinlichkeit der Tatbegehung. Hält der Richter den Täter jedoch nicht für hinreichend tatverdächtig, so lehnt er im Allgemeinen den Erlass des Strafbefehls ab. Ist der Richter hingegen der Ansicht, dass er nicht ohne eine Hauptverhandlung über die Sachen entscheiden kann, dann ordnet er einen  Hauptverhandlungstermin an. Gem. § 79 Abs. 1 Jugendgerichtsgesetz (JGG) gilt, dass gegen Jugendliche kein Strafbefehl erlassen werden darf. Gegen Heranwachsende nur, wenn das allgemeine Strafrecht zur Anwendung kommt.

Einstellung wegen Geringfügigkeit

Oftmals ist statt eines Strafbefehls auch eine Einstellung wegen Geringfügigkeit (gegen Auflagen) möglich. Dies kann entweder vor oder spätestens in der Hauptverhandlung erörtert werden. Bei der Einstellung erfolgt dann im Gegensatz zum Strafbefehl keine Eintragung in das Führungszeugnis.

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