Was ist ein Einspruch gegen Strafbefehl?

Was ist ein Einspruch gegen einen Strafbefehl? Ein Strafbefehl führt regelmäßig ohne mündliche Verhandlung und ohne eine Anhörung des Beschuldigten zu einer Verurteilung. Der Angeklagte hat im Strafbefehlsverfahren die Möglichkeit, sich gegen den Strafbefehl dadurch zu wehren, dass er dagegen Einspruch einlegt. Dies ist die einzige Möglichkeit sich gegen einen Strafbefehl zu wehren und so zu verhindern, dass der Strafbefehl rechtskräftig wird.

Wird dieser fristgerecht eingelegt (zwei Wochen ab Zustellung), beraumt der Richter, der den Strafbefehl erlassen hat, üblicherweise einen Termin zur mündlichen Hauptverhandlung an. Die Sache geht also vor Gericht und der Richter entscheidet neu. Bis zur Gerichtsverhandlung ist eine Rücknahme des Einspruchs jederzeit möglich. Hat die Verhandlung jedoch bereits begonnen, so muss die Staatsanwaltschaft zur Rücknahme zustimmen.

In geeigneten Fällen kann der Strafbefehl auch ohne mündliche Verhandlung abgeändert werden. Auch darüber klären wir Sie im Rahmen unserer Einschätzung auf!

Risiken eines Strafbefehls

Die Einlegung ist allerdings auch mit Risiken verbunden: Die Strafe kann durchaus auch höher ausfallen, als die Strafe aus dem Strafbefehl! Ob ein Einspruch gegen einen Strafbefehl Sinn macht, ist immer vom individuellen Fall abhängig. Teilweise kann es wirtschaftlich günstiger sein, den Strafbefehl anzunehmen und nicht weiter gegen ihn vorzugehen.
Anhand der Akten beurteilt ein Strafverteidiger, ob ein Einspruch sinnvoll ist und in welchem Umfang dieser geschehen sollte. Es gibt drei verschieden Varianten des Einspruchs gegen einen Strafbefehl und schon die Wahl der richtigen Variante kann ausschlaggebend für das Ergebnis sein:

    • Einspruch gegen den gesamten Strafbefehl
    • Einspruch mit Beschränkung auf die Rechtsfolgen, beispielsweise Anzahl der Tagessätze
    • Beschränkter Einspruch gegen den Strafbefehl bzgl. Der Höhe der Tagessätze oder deren Berechnung

Eine fachliche Beratung ist daher unerlässlich, um die Risiken zu minimieren.
Der Einspruch muss innerhalb von zwei Wochen nach Zustellung des Strafbefehls eingelegt werden (§ 410 StPO). Der Beschuldigte muss die Frist um jeden Preis wahren.

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