Welche Strafe kann man mit dem Strafbefehl erhalten?

Mit einem Strafbefehl dürfen die folgenden Rechtsfolgen – allein oder nebeneinander – festgesetzt werden:

  • Geldstrafe, Verwarnung mit Strafvorbehalt, Fahrverbot, Einziehung, Vernichtung, Unbrauchbarmachung, Bekanntgabe der Verurteilung und Geldbuße gegen eine juristische Person oder Personenvereinigung,
  • Entziehung der Fahrerlaubnis, bei der die Sperre nicht mehr als zwei Jahre beträgt,
  • Verbot des Haltens oder Betreuens von sowie des Handels oder des sonstigen berufsmäßigen Umgangs mit Tieren jeder oder einer bestimmten Art für die Dauer von bis zu drei Jahren,
  • Absehen von Strafe.
Hat der Beschuldigte einen Verteidiger, so kann auch eine Freiheitsstrafe bis zu einem Jahr festgesetzt werden, wenn deren Vollstreckung zur Bewährung ausgesetzt wird.

50 Tagessätze zu je 30 Euro: Wer denkt sich sowas aus?

Am häufigsten wird im Strafbefehl eine Geldstrafe verhängt. Diese bemisst sich nach Tagessätzen. Häufig können die Tagessätze zu hoch festgesetzt sein, so dass sich allein deshalb ein Einspruch lohnen kann. Denn: Wird die Strafe nicht bezahlt, bedeutet ein Tagessatz ein Tag Freiheitsstrafe, die sogenannte Ersatzfreiheitsstrafe. Richtig, man kommt dann 50 Tage ins Gefängnis!

Hat man nur ein geringes Einkommen, etwa weil man Arbeitslosengeld, Hartz IV oder eine Rente bezieht, kann ein Tagessatz auf 5 Euro festgesetzt werden. Grundsätzlich können die Tagessätze auch abgearbeitet werden, dann tritt ein Tag gemeinnützige Arbeit an die Stelle eines Tagessatzes.

Nebenfolgen: Entziehung der Fahrerlaubnis

Gerade in Straßenverkehrsdelikten ist häufig die Entziehung der Fahrerlaubnis anzutreffen, die mit der Einschränkung zulässig ist, dass die Sperre nicht mehr als 2 Jahre betragen darf. Noch relativ neu ist das Tierhaltungsverbot als Nebenfolge eines Strafbefehls.


« Zurück zur Übersicht der Fragen (Einspruch Strafbefehl FAQ)